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Georg Schardt ist seit 2009 Teil der SOFORT GmbH und verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung im Versandhandel. Als Geschäftsführer der SOFORT GmbH verantwortet er die Bereiche Regulierung, Public Affairs und Bankenkooperationen. Im folgenden Interview wurde er von uns zu Instant Payments und PSD2 befragt:

Warum ist die PSD2 für die europäische Wirtschaft eine Chance?
Die PSD2 fördert innovative Geschäftsmodelle rund um das Bankkonto. Sie schafft Rechtssicherheit für bereits etablierte Verfahren am Markt und ermutigt zu neuen kontobasierten Lösungen. Rechtmäßig in die nationale Gesetzgebung implementiert, können Zahlungsauslösedienste und Kontoinformationsdienste zukünftig darauf vertrauen, ihre Dienstleistungen in allen 28 EU-Mitgliedstaaten unter fairen Wettbewerbsbedingungen anbieten zu können.

Sind Instant Payments wirklich „the hot topic“ des Zahlungsverkehrs? Wie stehen Sie als SOFORT dazu?
Wir begrüßen jede Art von Innovation, die die Servicequalität und Geschwindigkeit für alle Stakeholder erhöht. Wir hoffen, dass „Instant Payments“ schnell umgesetzt werden können. Eine lange Umsetzungszeit wie beispielsweise bei der Umstellung auf SEPA wird eher Schaden als Nutzen bringen und birgt die Gefahr der Fragmentierung, da SCTInst für die einzelne Bank nicht verpflichtend ist.

Ist der Vorschlag der EBA zu den RTS1 (bezogen auf SCA2 und CSC3) ein guter Vorschlag?
Die PSD2 sieht eindeutig vor, dass für regulierte Zahlungsauslösedienste und Kontoinformationsdienste sowohl der direkte Zugang (über die Online-Banking-Plattform) als auch der indirekte Zugang (über eine API) zum Bankkonto möglich ist, sofern der Kunde zustimmt. Der Entwurf der EBA zu den RTS räumt den Banken an dieser Stelle allerdings ein Wahlrecht ein – wenn sie eine dedizierte API entwickeln, können sie damit den direkten Zugang über die Online-Banking-Plattform versperren. Damit sind aus unserer Sicht die RTS weder technisch neutral, noch folgen sie der Vorgabe der PSD2 sowohl den direkten als auch den indirekten Zugang zum Bankkonto zu erlauben. Wäre dieser Vorschlag unverändert von der Europäischen Kommission angenommen worden, wären bankenunabhängige Anbieter abermals vom Wohlwollen der Banken abhängig gewesen, was die gesamte Intention der PSD2 auf den Kopf gestellt hätte, sollten doch gerade diese Anbieter vor Wettbewerbsbehinderungen durch Banken geschützt werden. Glücklicherweise hat die Kommission diese Gefahr erkannt und den Entwurf der EBA um eine sog. „fallback“ Lösung ergänzt: Sobald die speziellen APIs nicht die gleiche Verfügbarkeit und Datenqualität aufweisen wie das ursprüngliche Online-Banking, kann dieses wieder direkt von uns als lizenziertem Drittdienst genutzt werden. Dadurch wird eine Behinderung mittels mangelhafter APIs erheblich erschwert. Allerdings sind in diesem Zusammenhang auch noch viele Fragen offen. Wir werden daher aufmerksam beobachten, wie der Text von den unterschiedlichen Aufsichtsbehörden interpretiert wird.

Werden rein nationale Lösungen langfristig Bestand haben?
Nationale Lösungen, also Angebote, die nicht international funktionieren, werden im grenzüberschreitenden E-Commerce langfristig keine Überlebenschance haben. Dominante amerikanische Player zeigen es und sind bereits heute auch international bestens aufgestellt. Auch deutsche Händler richten sich immer internationaler aus und fusionieren immer häufiger mit europäischen Anbietern. Und auch bei Payment-Service-Providern sehen wir dieselbe Entwicklung: PSP bieten Händlern ihre Leistungen global an. Nationale Geschäftsmodelle sind überholt, sodass nationale Lösungen mittelfristig definitiv auch hier verschwinden werden.

Welche neuen Geschäftsmodelle werden möglich?
Die PSD2 ermöglicht grundsätzlich neue Dienste rund um das Bankkonto. Bereits heute gibt es europaweit schon viele Unternehmen, die auf Basis der PSD2 Dienste im Bereich von Buchhaltungssoftware oder Personal Finance Management anbieten.

Können auch Banken davon profitieren?
Definitiv, Banken profitieren von Multibanking-Lösungen schon heute. Das generelle Problem einer Bank ist jedoch, dass eine Lösung, die nur Kunden einer Bank angeboten wird, zwangsläufig nicht skalierbar und damit interessant für den Händler als auch den Endkunden ist. Zahlungsauslösedienste und Kontoinformationsdienste setzen genau dort an und machen das Bankkonto der einzelnen Bank ubiquitär im Internet einsetzbar und damit wertvoller ‒ für Verbraucher und Händler gleichermaßen. Kurz um: Die PSD2 löst hier das Problem der Fragmentierung von Banken und schützt damit die Kundenbeziehung zwischen Bank und Verbraucher, ohne das Banken selbst investieren müssten.

Wie sehen Sie Ihre zukünftige Entwicklung in diesem neuen Umfeld?
Kontobasiertes Zahlen wird weiter überdurchschnittlich wachsen, weil es für den Endkunden einfach und sicher ist. Auch Händler favorisieren kontobasierte Bezahlmethoden, weil es für sie der direkteste und sicherste Weg einer Online-Zahlung ist. Die Umsetzung der PSD2 wird unser Wachstum (aktuell nutzen mehr als 40.000 Händler SOFORT) weiter steigern.

Wie sehen Sie die SOFORT im Kontext von Cross Channel Payments?
Aktuell konzentrieren wir uns ausschließlich auf den Online-Handel.

Blicken wir in die Zukunft: Was erwarten Sie von einer PSD3?
Wichtiger für mich ist die Umsetzung der PSD2 in 2018. Danach wird man sehen, wo Nachbesserungsbedarf besteht und wie die verantwortlichen Regulierer mit möglichen technischen Innovationen umgehen. Die ersten Gespräche zur PSD2 gab es 2010. Das heißt, bis zum Inkrafttreten der Regelung hat es nun acht Jahre gedauert. Die Erwartungen an mögliche Änderungen einer PSD3 sollten – allein aus zeitlichen Gründen ‒ daher nicht allzu hoch sein.

1 regulatory technical standards = regulatorische technische Standards
2 (requirements of) strong customer authentication = (Anforderungen an) starke Kundenauthentifizierung
3 (requirements for) common and secure open standards of communication = (Anforderungen an eine) sicheren Kommunikation

Digitale Vertriebs- und Kommunikationskanäle werden auch beim Handel mit Geschäfts- und Firmenkunden immer wichtiger. Geändertes Kunden- und Einkäuferverhalten verlangen von Herstellern und Großhändlern durchdachte E-Commerce-Lösungen, um den Anforderungen der Kunden zukünftig gerecht zu werden.

Es fehlen aber häufig Erfahrungen aus der Praxis als auch aus der Forschung, wie man dieser Herausforderung begegnet. Bisherige Untersuchungen und Erfahrungsberichte legen den Fokus in den meisten Fällen auf das Geschäft mit den privaten Endverbrauchern, den Konsumenten. Die letzten Jahre lieferte der sogenannte B2C-E-Commerce jährlich zweistellige Wachstumsraten, was sicherlich auch zur Dominanz dieses Themas in der öffentlichen Wahrnehmung beiträgt. Jedoch gewinnt der B2B-E-Commerce, also der Handel zwischen Unternehmen über das Internet, stark an Bedeutung und rückt immer stärker in den Fokus der Unternehmen, Dienstleister oder auch der Plattformanbieter. Bedenkt man nur die deutlich höheren im B2B-E-Commerce erzielten Umsätze, ist dies auch verständlich.

Um den B2B-E-Commerce und seine Herausforderungen näher zu analysieren, haben Creditreform, SIX Payment Services und ibi research gemeinsam eine Expertenbefragung durchgeführt. Dabei sollte analysiert werden, wie die E-Commerce-Experten verschiedener, meist mittelständischer, Unternehmen mit dem Thema „Online-Ein- und -Verkauf“ umgehen. Hierzu wurde neben der Erhebung des Status quo auch auf Herausforderungen bei der Umsetzung einer B2B-E-Commerce-Strategie eingegangen sowie wurden die zukünftigen Trends analysiert.

Die Einzelinterviews und Ergebnisse der Expertenbefragung im Rahmen der vorliegenden Studie „Online-Kaufverhalten im B2B-E-Commerce 2017“ zeigen eindeutig, dass das Thema B2B-E-Commerce eines der kommenden Themen der Online-Branche sein wird und hier gerade zahlreiche Aktivitäten gestartet werden. So stieg in den letzten beiden Jahren bei 88% der befragten Unternehmen der Anteil der Online-Käufe am gesamten Einkauf deutlich an. Für die kommenden fünf Jahre erwarten die Experten einen weiteren Anstieg. Als wesentlichen Grund für die generell zunehmende Bevorzugung des Online-Kaufs nennen Experten die praktischere und schnellere Abwicklung.

Ein Hauptgrund für die positive Entwicklung des B2B-E-Commerce ist nach Meinung der Experten, dass sich das private Online-Verhalten der Mitarbeiter nun verstärkt auch im geschäftlichen Alltag zeigt. Die Bequemlichkeit, Schnelligkeit und auch die größere Auswahl, die der Einkauf über das Internet mit sich bringt, wird von den Online-Shoppern sowohl im privaten als auch im geschäftlichen Umfeld erwartet, da sind sich fast alle Experten einig. 80% der Experten sind deshalb der Meinung, dass B2B-Shops sich zunehmend an den Funktionen, Abläufen und dem Komfort der B2C-Shops orientieren müssen.

Immer mehr Unternehmen nutzen außerdem B2B-Marktplätze (26%) für den Online-Verkauf ihrer Produkte und Leistungen.

Die wichtigsten Gründe für die Entscheidung, Produkte/Leistungen online zu verkaufen, waren laut den Befragten die Zeitersparnis im Vertrieb und Verkauf sowie die Digitalisierung von Prozessen und die Steigerung der Produktivität. Zwei Drittel der Unternehmen haben eine externe Agentur für die Abwicklung des E-Commerce-Projekts beauftragt.

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie auf einen Blick:

  • Unternehmen tätigen die meisten Käufe über Online-Kanäle von Geschäftspartnern, ein weiteres Wachstum des Online-Anteils bis 2022 wird erwartet
  • B2C-Verhalten „färbt“ ab
  • Zahlungsverfahren spielen auch im B2B-Bereich eine große Rolle
  • B2B-Online-Shops agieren häufig international, hoher Customizing-Aufwand
  • Marktplätze halten auch im B2B-Bereich Einzug
  • Kombination aus Online- und Offline-Marketing im B2B sinnvoll
  • Der Einstieg in den E-Commerce als strategisches Projekt
  • Angst vor der Komplexität eines B2B-Shop-Projekts

 Die vollständige Studie „Online-Kaufverhalten im B2B-E-Commerce 2017“ steht kostenlos zum Download zur Verfügung unter: http://www.ibi.de/B2B-Studie

Der stationäre Einzelhandel befindet sich im ständigen Wandel. Dies wurde auch von Städten und örtlichen Verbänden erkannt. Digitale lokale Initiativen sind daher seit einiger Zeit Hoffnungsträger für Kommunen, Städte und Regionen, aber auch für stationäre Einzelhändler. Infolgedessen werden in Deutschland neue Kooperationsprojekte bzw. Initiativen gestartet, um die Zukunft der stationären Einzelhändler und die der Innenstädte zu sichern. Dies führt wiederum dazu, dass es zunehmend schwieriger wird, einen Überblick über die einzelnen Initiativen zu behalten und deren Unterschiede zu erkennen.

Um die Zusammenhänge besser verstehen zu können, haben wir zu diesem Thema ein Forschungsprojekt gestartet, bei dem unter anderem eine Online-Umfrage für stationäre Einzelhändler durchgeführt wird.

Hier geht es zur Umfrage: www.ibi.de/digitale-lokale-initiativen

Im Rahmen dieser Online-Umfrage sollen die Erfahrungen des Handels mit bestehenden digitalen lokalen Initiativen ermittelt werden. Zudem werden die Zielsetzungen sowie die Erwartungen an solche Initiativen untersucht und die relevanten Erfolgsfaktoren analysiert.

Die Beantwortung der Fragen dauert ca. 15 bis 20 Minuten.

Die Teilnehmer der Umfrage können an unserer Verlosung teilnehmen und folgende Preise gewinnen:

  • 1 x eine kostenlose E-Commerce-Beratungssprechstunde in Regensburg oder alternativ auch telefonisch
  • 2 x einen kostenlosen Gutschein zur Teilnahme am ibi-Intensivseminar „Einstieg in den E-Commerce“ in Regensburg am 25.10.2017 im Wert von je 99 €
  • 5 x eine kostenlose Eintrittskarte für den E-Commerce-Tag Regensburg am 26.10.2017 im Wert von je 99 €

Die Ergebnisse der Untersuchung werden nach Abschluss der Auswertung in Form einer kostenlosen Studie zur Verfügung gestellt. Informationen über die Veröffentlichung der Studie erhalten Interessierte über den E-Commerce-Newsletter.

Dauer der Online-Umfrage: 13.06.2017 bis 13.08.2017

Die Digitalisierung hat in den letzten Jahren viele Bereiche des alltäglichen Lebens beeinflusst und dabei auch die Erwartungshaltung des Kunden in der Bankenbranche spürbar verändert. Kunden mit standardisierten Bedürfnissen und einem einheitlichen, vorhersehbaren Kommunikationsverhalten scheinen der Vergangenheit anzugehören. Stattdessen sind individuelle Bedürfnisbefriedigung, ständige Erreichbarkeit und maßgeschneiderte Produkte gefordert.

Ein verändertes Kundenverhalten nimmt im Zuge der Digitalisierung aktuell an Bedeutung zu. Wir führen daher eine Studie zum Thema „Kunde der Zukunft – Auswirkungen der Digitalisierung auf die Kunde-Bank-Beziehung“ durch. Hierfür ist Ihr Expertenwissen gefragt!

Wir möchten Sie deshalb herzlich zu unserer Umfrage einladen, welche Sie unter folgenden Link erreichen: Kunde der Zukunft.

In dieser Umfrage werden Ihnen nach einigen allgemeinen Fragen eine Reihe von Aussagen und Szenarien zur möglichen Entwicklung der Kundenbedürfnisse und -erwartungen im Banking vorgestellt, die angesichts fortschreitender Digitalisierung diskutiert werden sollten.

Aufgrund der tiefgehenden Fragen sollten Sie mit einem zeitlichen Aufwand von 20 bis 25 Minuten für die Bearbeitung rechnen. Der Fragebogen ist bis zum 30. Juni 2017 geöffnet.

Ihre Teilnahme lohnt sich: Auf Wunsch erhalten Sie eine zusammenfassende Darstellung der Ergebnisse, die Ihnen zweifellos weiterführende Anregungen geben wird. Geben Sie dafür bitte am Ende der Befragung Ihre E-Mail-Adresse an, die selbstverständlich nicht mit Ihren Antworten in Beziehung gebracht wird.

Bei inhaltlichen Fragen stehen wir Ihnen gerne unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! zur Verfügung.

Wie die Bearbeitung und Archivierung von Ein- und Ausgangsrechnungen in den einzelnen Unternehmen abläuft, kann sehr unterschiedlich sein. Während einige Unternehmen ausschließlich auf Papier setzen, nutzen andere elektronische Prozesse – insbesondere seitdem die rechtlichen Rahmenbedingungen 2011 durch den Gesetzgeber neu gefasst wurden: Elektronische Rechnungen sind Papierrechnungen gleichgestellt, und durch den Wegfall der Signaturpflicht ist der Versand elektronischer Rechnungen stark vereinfacht. Mit einer aktuellen Befragung im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) will nun die Mittelstand 4.0-Agentur Handel ermitteln, wie die Rechnungsabwicklung derzeit bei den Unternehmen abläuft.

Die Digitalisierung hält in sämtlichen Unternehmensbereichen Einzug. Auch die Prozesse in der Rechnungsabwicklung werden bei den Unternehmen zunehmend digitalisiert – angefangen von der Erstellung der Rechnung, über deren Versand und Empfang bis hin zur Bearbeitung, Archivierung und Bilanzierung. Dies bedeutet für die Unternehmen oftmals spürbare Effizienzsteigerungen und Kosteneinsparungen im Vergleich zur papier- bzw. beleghaften Rechnungsabwicklung. Dass das Thema in der unternehmerischen Praxis relevanter denn je ist, zeigt sich auch an aktuellen Themen, etwa den bei Betriebsprüfungen relevanten Vorschriften der Finanzverwaltung zum Umgang mit elektronischen Dokumenten (GoBD), dem jüngst verabschiedeten E Rechnungs-Gesetz oder der Entwicklung eines Standardformats zur Übermittlung elektronischer Rechnungen (ZUGFeRD).

Während elektronische Rechnungen insgesamt immer mehr an Bedeutung gewinnen, sehen sich aber gerade kleine und mittlere Unternehmen bei der Umstellung noch vor Herausforderungen gestellt. Mit der aktuellen Befragung möchte die Mittelstand 4.0-Agentur Handel im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) daher auch ermitteln, wie stark die elektronische Rechnungsabwicklung im unternehmerischen Alltag bereits genutzt wird, was die Unternehmen dabei besonders beschäftigt und vor welchen Herausforderungen sie stehen. Um zu ermitteln, ob und wie sich die Situation in den vergangenen Jahren verändert hat, werden die Ergebnisse der Umfrage mit einer Vorgängerstudie aus dem Jahr 2015 verglichen.

Unternehmen gelangen über den Link www.ibi.de/erechnung2017 direkt zur Befragung und können bis zum 2. Juli 2017 daran teilnehmen.

Daniel Spitzer vom Einkaufsbüro Deutscher Eisenhändler (E/D/E) ist dort zuständig für das eDC – das elektronische Daten-Center. Als Gesamtprojektleiter verantwortet Spitzer seit 2013 den Aufbau des eDC. Seit 2016 leitet Spitzer darüber hinaus ein Team von Beratern, die Händler bei Datenprojekten unterstützen und so für eine optimale Nutzung der Daten sorgen. Beim ibi-B2B-Forum am 4. Mai in Frankfurt diskutiert er in der Q&A-Session: E-Commerce-Baustelle „Produktdaten“ über die Bedeutung des Themas Produktdaten und die zukünftige Entwicklung. ibi research hat im Vorfeld dazu auch mit Daniel Spitzer gesprochen:

1. Das Thema Produktdaten(-management) wird immer wieder als ein kritischer Erfolgsfaktor im E-Commerce bezeichnet. Ist das tatsächlich der Fall oder gibt es hier eine Verzerrung in der öffentlichen Wahrnehmung?
Spitzer: Der optimale Einsatz von Produktdaten ist in der Tat ein wesentlicher Schlüssel- und Erfolgsfaktor – nicht nur, aber vor allem auch im E-Commerce. Dabei kommt es nicht nur auf Artikelstammdaten an, sondern darüber hinaus auch auf die Verfügbarkeit und Korrektheit von weitergehenden Produktdaten wie technischen Merkmalen, Produkt- und Anwendungsbildern oder Sicherheitsdatenblättern und Montageanleitungen. Je mehr Informationen für den Endkunden zur Verfügung stehen und je relevanter diese Informationen für ihn sind, desto qualifizierter können Kaufentscheidungen bei steigender Zufriedenheit getroffen werden.

Ob Webshop, E-Procurement, Print-Kataloge, Außendienst oder Thekenverkauf: Jeder Vertriebskanal hat eigene Anforderungen an Produktdaten. Eine herstellerübergreifende Vergleichbarkeit von Produkten im Webshop beispielsweise funktioniert nur, wenn technische Merkmale normiert vorliegen, um darüber filtern und suchen zu können. Für die Produktion eines Print-Kataloges wird hingegen druckfähiges Bildmaterial benötigt. Und das Warenwirtschaftssystem verlangt einheitliche Warengruppenstrukturen und Artikeltexte, um Produkte optimal organisieren und sie für Lieferscheine und Rechnungen verwenden zu können.

Das Management dieser Daten ist dabei die zentrale Herausforderung.

2. Hersteller stellen häufig dem Fachhandel schon Produktdaten zur Verfügung. Sind diese nicht ausreichend?
Spitzer: Die Daten der Hersteller, die elektronisch zur Verfügung gestellt werden, haben unterschiedlichste Qualitäten. Die Vielfalt der Formate reicht von einfachen Preislisten über Print-Kataloge bis hin zu umfangreichen BMEcat-Daten. Technische Merkmale liegen dabei regelmäßig nur rudimentär oder nicht normiert vor. Liefert ein Hersteller ein Merkmal „Farbe = blau“ heißt dieses bei einem anderen Hersteller vergleichbarer Produkte „Farbton = königsblau“ – oder aber das Merkmal verbirgt sich im Langtext einer Produktbeschreibung.

Es ist offensichtlich, dass Fachhändler, die diese Daten in ihren technischen Systemen verwenden möchten, vor großen Herausforderungen stehen: Daten müssen dezentral angefordert, gesichtet, überarbeitet und normiert werden, bevor sie erstmalig verwendet werden können. Ein hoher Zeit und Kostenfaktor.

3. Was müssen Händler in der Regel tun, um bestehende Daten für den E-Commerce „fit“ zu machen?
Spitzer: Der erste Schritt ist, eine klare Strategie zu entwickeln und die Frage zu beantworten, was ich mit den Daten erreichen will. Geht es im Wesentlichen um time to market und Geschwindigkeitsgewinn, die Sortimentserweiterung oder die Nutzung neuer beziehungsweise veränderter Vertriebskanäle? Damit werden die Weichen über Art und Umfang der benötigten Daten gestellt und die Anforderungen an technische Systeme definiert. Zukünftige Anforderungen an veränderte Märkte sollten dabei in die Betrachtung einbezogen werden.

4. Danach beginnt die ‚Fleißarbeit‘: Daten beschaffen, Übernahme dieser in die eigenen Warengruppenstrukturen, Erweiterung der Daten in Hinblick auf die eigenen Anforderungen – also Artikelkurztexte formulieren oder fehlende Informationen ergänzen  - und nicht zuletzt die Qualitätssicherung der Daten. Was macht das E/D/E in diesem Zusammenhang?
Spitzer: Das E/D/E hat mit dem elektronischen Daten-Center einen zentralen Datenpool für die teilnehmenden Händler aufgebaut, der sechs zentrale Aufgaben übernimmt:

  • die zentrale Datenbeschaffung bei Herstellern und Lieferanten,
  • die Klassifikation und Normierung von Daten,
  • die Veredelung von Daten durch die Anreicherung um Merkmale, Media Assets, Artikeltexte etc.,
  • die Qualitätssicherung der Produktdaten durch Fach-Know How und technische Prüfungen,
  • die Bereitstellung von Daten über einheitliche Schnittstellen und
  • die Beratung der Händler zur optimalen Nutzung der Daten.

Unser Ziel ist es, die mittelständischen Handespartner im Datenmanagement wesentlich zu entlasten und optimale Daten für den Vertrieb von Produkten zur Verfügung zu stellen. Gerade die Beratung zu Datenflüssen, Datenmanagementprozessen und zur Integration in die Systeme der Händler entwickelt sich dabei immer mehr zu einer zentralen Aufgabe. Hier stellen wir einen hohen Bedarf fest.

5. Wenn sich Händler entschieden haben, in die Steigerung der Datenqualität zu investieren, gibt es neben der Nutzung im E-Commerce noch weitere Einsatzfelder, die für den Händler Mehrwert stiften können?
Spitzer: Strukturierte und normierte Daten können für vielfältige Zwecke verwendet werden. Im E-Commerce denkt man da natürlich sofort an Facettensuchen zum schnellen und zielgerichteten Einschränken von Suchergebnissen, an Produktvergleiche oder Produkt-Beratungstools, die über ausgeprägte Merkmale überhaupt erst möglich werden.

Darüber hinaus ist eine hohe Datenqualität jedoch der Schlüssel zu vielen weiteren Einsatzfeldern wie Digital Signage, der Produktion von individualisiertem Informationsmaterial, der Nutzung von mobilen Anwendungen zum Beispiel im Außendienst, in der Nutzung und Anwendung von Planungssoftware bis hin zur Individualisierung von Produkten. Aber natürlich auch ganz „handfest“ zur Optimierung von Prozessabläufen im Datenaustausch mit der Industrie.

6. Welche Entwicklung sehen Sie in den nächsten fünf bis zehn Jahren im Bereich Produktdatenqualität – gibt es hier vielleicht sogar neue Geschäftsmodelle rund um das Thema?
Spitzer: Das Thema Datenqualität wird Händler und Hersteller in den nächsten Jahren weiter intensiv beschäftigen. Dabei wird es darauf ankommen, die Daten nicht nur zu ‚besitzen‘, sondern diese auch nutzbringend einzusetzen. Hierdurch kann der Handel Serviceangebote ausbauen und kundenindividuell optimieren. Der Umgang mit den Produktdaten wird damit zu einem intensiven Betätigungsfeld. Wir sehen einen hohen Beratungsbedarf zur Organisation des Datenmanagements und zur optimalen Nutzung im Vertrieb, und dem gehen wir entsprechend unserem Förderauftrag für den mittelständischen Produktionsverbindungshandel nach.

Die rasanten Entwicklungen zum Beispiel bei mobilen Devices, bei der Spracherkennung, im Bereich von Virtual und Augmented Reality oder in der Logistik lassen nicht daran zweifeln, dass auch hier neue Geschäftsmodelle entstehen werden. Wenn zukünftig ein Handwerker zu einem Reparaturauftrag gerufen wird, kann der Defekt unterstützt durch Bilderkennung identifiziert werden, per Spracheingabe wird das benötigte Bauteil zur Reparatur bestellt, dass schon nach kurzer Wartezeit per Drohne geliefert wird. Beim Einbau des Bauteils hilft die im Headset eingeblendete Reparaturanleitung, sodass die Hände zum Arbeiten frei bleiben. Hochwertige Daten bilden die Grundlage für solche Szenarien. Und diese Daten müssen erstellt, aktuell gehalten und stetig optimiert werden.

Mehr zum Thema erfahren Interessierte auch bei der Q&A-Session: E-Commerce-Baustelle „Produktdaten“ auf dem ibi-B2B-Forum am 4. Mai in Frankfurt. Mehr dazu unter www.ibi.de/B2B

In der ibi-Mystery-Shopping-Studie wurden 150 Online-Einkäufe getätigt und anhand eines strukturierten Kriterienkatalogs analysiert. Ziel war es, festzustellen, wie der Einkaufsprozess im deutschen Online-Handel ausgestaltet ist und ob es Unterschiede zwischen großen und kleinen Shops gibt bzw. ob Unterschiede in den verschiedenen Produktkategorien existieren. In der Kaufphase unterscheiden sich kleine und große Online-Shops kaum. Verbesserungspotential gibt es jedoch auch in der Kaufphase.

Bei vielen der untersuchten Händler ist der eigentliche Kaufprozess sehr kundenfreundlich gestaltet. So bieten beispielsweise gut zwei Drittel der Händler einen Gast-Checkout an, der es den Kunden ermöglicht, Einkäufe auch ohne Anlegen eines Kundenkontos durchzuführen. Bei den Top-10-Shops ist ein Gast-Checkout nur in 4 von 10 Fällen möglich. 91 % der Händler ermöglichen es dem Kunden außerdem, während des Kaufabschlusses ein Kundenkonto anzulegen. Will man bei den anderen 9 % ein Kundenkonto anlegen, muss man das – für den Kunden oft umständlich – separat erledigen und kann dies nicht während des Bestellprozesses tun.

 

Betrachtet man die einzelnen Produktkategorien, unterscheiden sich diese hinsichtlich der Nutzung eines Gast-Checkouts oder des Themas "Anlegen eines Kundenkontos" nur unwesentlich voneinander. Auffällig ist, dass im Bereich "Home & Living" alle untersuchten Shops das Anlegen eines Kundenkontos im Checkout ermöglichen und die Nutzung von Diensten wie Login mit Amazon (29 %) bzw. PayPal Express (50 %) hier am stärksten von allen Kategorien vertreten ist.

 

Im Schnitt waren 3,2 Schritte im Checkout notwendig, um den Kauf abzuschließen. Besonders schnell geht es bei einigen Modehändlern, die den Checkout im Durchschnitt mit zwei Klicks ermöglichen. Über dem Durchschnitt liegen hier die Kategorien Elektronik, Home & Living sowie Sport & Freizeit. In 93 % der Online-Shops wurde der Checkout zusätzlich durch eine Fortschrittsanzeige visualisiert. Mittlerweile eher unüblich, vermutlich auch bedingt durch häufig negativen Einfluss auf die Konversionsrate, sind Pop-up-Fenster, die sich im Verlauf des Checkouts öffnen. Lediglich in 2 % der Fälle war dies zu verzeichnen.

 

Beim Blick auf die Bezahlungsmethoden wurden wenige Überraschungen aufgedeckt. Am häufigsten wird auf der Startseite mit der Kreditkarte und dem Bezahlen per PayPal geworben. Die TOP-3-Zahlverfahren, die im Checkout angeboten werden, sind die Kreditkarte, PayPal und die Vorkasse. Aber auch die Rechnung wird von knapp 50 % angeboten. In diesen Fällen wird die Rechnung meistens als erstes Zahlungsmittel genannt.

Für weitere Informationen können Sie die komplette Studie "ibi-Mystery-Shopping-Studie 2016" kostenlos herunterladen unter: www.ibi.de/mystery-shopping

In einem Expertengespräch mit der Mittelbayerischen Zeitung bilckt Prof. Penzel ins Jahr 2035. Er glaubt, dass Apps und Robo-Berater nicht nur Bankfilialen ersetzen. Die Digitalisierung wird eine neue Währung erschaffen.

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