Aktuelle Meldungen

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In der dritten Ausgabe der BIT für 2017 liegt der Schwerpunkt auf Praxisbeiträgen. Gleichzeitig läuten wir mit der Kolumne und zwei Beiträgen das Thema „Künstliche Intelligenz (KI)“ ein, das uns auch in Folgeheften zunehmend beschäftigen wird.

Peter Roßbach vertieft das Thema KI anhand einer Betrachtung der Entwicklung über die Zeit in seinem Artikel „Machine Learning, Modern Data Analytics und Artificial Intelligence – What’s New?“.

Auch der zweite Beitrag widmet sich dem Einsatz von KI. Thomas Pirzer zeigt in seinem Beitrag „Cognitive Computing: Ein Praxisbeispiel aus dem regulatorischen Segment im Bereich Capital Markets“ ein konkretes Beispiel in der Regulatorik auf.

Peter Nuding und Tobias Rustler bleiben mit dem dritten Artikel im Bereich der Regulatorik. Sie betonen, dass es mit einem zentralem Data Warehouse nicht getan ist. Man muss sich auch intensiv um die darauf aufsetzenden Reporting-Prozesse kümmern.

Das Thema der Prozesse nimmt Stephan Weber im vierten Beitrag auf, und zwar anhand eines der Kernprozesse der Bank, dem gewerblichen Kreditprozess. Es werden aktuelle Studienergebnisse vorgestellt, die den Handlungsbedarf rund um die Digitalisierung sehr deutlich zeigen.

Thomas Röhrl konzentriert sich dann auf die Schnittstelle zwischen Bank und Privatkunde: „Digitalisierung der Customer Journey bei Banken und Sparkassen – Herausforderungen und Potenziale“. Er analysiert das Thema systematisch und unter Einsatz einer Expertenbefragung.

Christoph Ruoff greift im sechsten Artikel die Zahlungsschnittstelle zum Kunden in Versicherungen auf: „Mit einem Schritt in die digitale Zukunft: Wie man als Versicherer mühelos alle Zahlarten und Kommunikationskanäle nutzt“.

Im abschließenden Beitrag bewegen wir uns in Richtung Herausforderungen für den Einzelhandel. Carmen Listl und Georg Wittmann berichten über die Studie „Der deutsche Einzelhandel 2017“, die umfangreiche Händlerbefragung liefert Erkenntnisse zum Status quo und zu kommenden Entwicklungen.

Die Artikel im Überblick:

  • Machine Learning, Modern Data Analytics and Artificial Intelligence – What’s New?
  • Cognitive Computing: Ein Praxisbeispiel aus dem regulatorischen Segment im Bereich „Capital Markets“
  • Risikoreporting BCBS 239 im Zeitalter der Digitalisierung: ein Projektbericht
  • Die Zukunft des gewerblichen Kreditprozesses – Die Zeit drängt
  • Digitalisierung der Customer Journey bei Banken und Sparkassen – Herausforderungen und Potenziale
  • Mit einem Schritt in die digitale Zukunft: Wie man als Versicherer mühelos alle Zahlarten und Kommunikationskanäle nutzt
  • Der deutsche Einzelhandel 2017
Titelseite BIT 3-2017klein 

Die Ausgabe der BIT in gedruckter Form ist zum Preis von 30 Euro erhältlich. Der Preis für den Download der Zeitschrift beträgt 15 Euro. Es sind die einzelnen Artikel auch zum Preis von jeweils 8,00 Euro downloadbar.

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Logo 2018

Immer mehr wird in der Finanzbranche erkannt, dass die Leistungsfähigkeit der Institute von ihren Geschäftsprozessen abhängt. Doch wo gibt es wirklich gute Prozesse? Gibt es in Ihrem Unternehmen neue oder neu gestaltete Prozesse, die anderen hinsichtlich Kundenorientierung, Schnelligkeit oder Kosten überlegen sind? Beim Wettbewerb "Best Process Award" geht es um die Suche nach besonders gut gelungenen Prozessen in der Branche.

Der Best Process Award wird von den Zeitschriften „gi Geldinstitute“ und „vb Versicherungsbetriebe“ in Kooperation mit dem ProcessLab der Frankfurt School of Finance & Management verliehen. Die prestigeträchtige Auszeichnung wird im zweijährigen Rhythmus vergeben. Herr Prof. Penzel von ibi research ist Teil der Jury.

Bewerben können sich alle Banken und Sparkassen, Versicherungsunternehmen und andere Finanzdienstleister im deutschsprachigen Raum. Dazu zählen auch FinTechs, Kreditfabriken, Zahlungsdienstleister, ausgelagerte Produktionseinheiten und weitere Service-Provider der Finanzbranche. Bewerbungsschluss ist Samstag, der 31. März 2018.

>> Weitere Informationen und Bewerbungsunterlagen

Die Continental Arena war diesmal nicht Schauplatz eines Fußballspiels, sondern zahlreiche E-Commerce-Experten trafen sich beim E-Commerce-Tag Regensburg. ibi research bot auch in diesem Jahr zusammen mit den E-Commerce-Leitfaden-Partnern wieder eine Plattform, auf der sich intensiv zum Thema Digitalisierung, Online-Handel und Marktplätze ausgetauscht wurde. Dazu wurde in der Arena gebündeltes Expertenwissen zusammengetragen und mit den teilnehmenden Online-Händlern, Herstellern sowie Dienstleistern diskutiert. Erstmals wurden am Nachmittag ausgewählte Themen in Workshops vertieft behandelt.

In der einzigartigen sportlichen Atmosphäre der Continental Arena versammelten sich über 200 Teilnehmer, um die neuesten Trends, die die Digitalisierung im Handel mit sich bringt, zu erörtern.

Dr. Ernst Stahl von ibi research eröffnete den E-Commerce-Tag Regensburg mit einem kurzen Ausblick auf den Handel, wie er in fünf Jahren aussehen könnte. Sein Kollege Dr. Georg Wittmann gab einen Einblick in die „Hexenküche“ der Regensburger E-Commerce-Forscher und präsentierte ausgewählte Forschungsergebnisse. Dabei wurde deutlich, dass die zunehmende Digitalisierung den Handel nicht nur regional, sondern auch global massiv verändern wird. Klar ist aber auch, dass es für den Handel kein „Patentrezept“ gibt, wie man mit der Digitalisierung umgeht.

Nachdem Carmen Listl von ibi research anhand einer aktuellen Studie zeigte, wie sich das Einkaufsverhalten im E-Commerce entwickelt hat und welche zunehmende Relevanz Amazon in diesem Zusammenhang gewinnt, berichtete Dr. Stefan Uebelacker vom Oberpfälzer Online-Händler ATP-Autoteile, wie man ein Unternehmen vom Garagenhändler zum internationalen E-Commerce-Player entwickeln kann. Dabei betonte er insbesondere die beiden Erfolgsfaktoren Kundenzentrierung und Schnelligkeit.

Anschließend wurden in zwei parallelen Fachkonferenzen ausgewählte Themen vertieft. Neben regionalen Händlern wie Johannes Grimm von der derhobbykoch.de waren auch international agierende Unternehmen wie mymuesli, idealo oder BSH unter den referierenden Unternehmen. Die Themenpalette reichte vom Aufbau eines B2B-Shops über Payment im internationalen Kontext bis zu lokalen Marktplätzen und den großen Online-Plattformen. Auch das Thema Cybercrime wurde adressiert, ebenso die Gewinnung von Neukunden über soziale Medien.

Erstmalig im Rahmen des E-Commerce-Tags wurden dann nach der Mittagspause fünf 90-minütige Workshops durchgeführt. „Das Workshop-Konzept ist sehr gut angenommen worden. Die Teilnehmer hatten sichtlich viel Spaß dabei, sich mit einem Thema intensiver auseinanderzusetzen“, so Dr. Georg Wittmann, der für die Organisation des E-Commerce-Tages mitverantwortlich war.

Im Anschluss an die Workshops begann die „vierte Halbzeit“ für die Teilnehmer. Mit Julian Scheuchenzuber hatte der E-Commerce-Tag einen Online-Händler zu Gast, der über die Schließung des elterlichen Textilgeschäftes und den anschließenden Verkauf über Amazon berichtete und den Marktplatz als sein „Rettungsboot“ bezeichnete.

Wie Multikanal-Handel heute schon aussehen kann und worauf man dabei achten muss, zeigte dann Vanessa Platz, E-Commerce-Leiterin von Marc O`Polo. Dabei wurde schnell deutlich, dass der Kunde im Fokus stehen muss. Auch ein großer Player wie Marc O`Polo hat so seine Hürden zu überwinden, wenn es um das Thema Digitalisierung geht.

In der abschließenden Podiumsdiskussion zum Thema „E-Commerce-Trends 2025“ zeigte sich, dass die zukünftigen Herausforderungen im Online-Handel nicht weniger werden. Bei diesem Diskussionsformat konnten alle Teilnehmer schon im Vorhinein ihre eigene Meinung zu ausgewählten Fragen kundtun. Die Ergebnisse dieser Teilnehmerbefragung wurden dann auf dem Podium mit erfahrenen Online-Händlern und Experten diskutiert. Einig war man sich darin, dass – getrieben durch die Digitalisierung – die Dynamik im Handel auch in den kommenden Jahren weiter anhalten wird und man die Unternehmensstrategie daran anpassen muss.

Am Ende des Tages konnte die Teilnehmer viel neues Wissen mitnehmen und gaben in den Feedbackbögen schon zu erkennen, dass sie gerne an einem Wiederholungsspiel 2018 teilnehmen werden.

Bereits zum vierten Mal legen die Forscher von ibi research an der Universität Regensburg eine Prognose zur Entwicklung des Einzelhandels in den nächsten Jahren vor. Demnach könnte der Anteil der Online-Umsätze am Einzelhandel bis zum Jahr 2023 auf 19,8 Prozent ansteigen. Diese Zahl basiert auf dem sogenannten „progressiven Szenario“ der Untersuchung. Im Jahr 2016 hatte der Anteil noch bei 9,1 Prozent gelegen. Im „Basisszenario“ – also dem wahrscheinlicheren Fall – wird der E-Commerce-Anteil etwas moderater steigen und 2023 bei 15,5 Prozent liegen. Das entspricht einem durchschnittlichen jährlichen Anstieg von 7,8 Prozent.

Alle Einzelhändler müssen sich heutzutage mit dem Thema Internet und Online-Handel auseinandersetzen und ihre aktuelle strategische Positionierung überdenken. Dabei treten oft sehr grundsätzliche Fragestellungen auf. Mit der Studie „E Commerce-Strategien für den mittelständischen Einzelhandel“ hatte das Regensburger Forschungsinstitut ibi research an der Universität Regensburg im Herbst 2014 im Auftrag des bayerischen Wirtschaftsministeriums mittelständischen Einzelhändlern strategische Optionen aufgezeigt und Handlungsempfehlungen gegeben. Im Rahmen der Studie wurde auch eine Prognose der Entwicklung des E-Commerce über fünf Jahre erstellt und seither jährlich aktualisiert. Jetzt haben die Experten ihre neue Prognose des Einzelhandels bis zum Jahr 2023 vorgelegt.

Weiterhin hohes E Commerce-Wachstum

Die Dynamik im E Commerce ist demnach unverändert hoch. Die Umsätze im Online-Handel wachsen weiter stark, zwischen 2010 und 2016 um durchschnittlich 19,3 Prozent jährlich – und das, obwohl die Umsätze des gesamten Einzelhandels, also inklusive des Stationärhandels, im selben Zeitraum preisbereinigt nur um 0,8 Prozent pro Jahr zulegten. Diese magere Entwicklung des (stationären) Handels geht vor allem zulasten der mittelständischen Fachhändler. Deren Marktanteil hat sich von 2000 bis 2015 um rund 40 Prozent verringert.

Online-Marktanteil am Einzelhandel im Jahr 2023 könnte knapp 20 Prozent betragen

Der Anteil des E Commerce an den Einzelhandelsumsätzen betrug 2016 9,2 Prozent. Bis zum Jahr 2023 soll dieser Anteil bis auf 15,5 Prozent ansteigen (Basisszenario), wobei im progressiven Szenario sogar ein Anstieg bis auf 19,8 Prozent erwartet wird – mehr als doppelt so viel wie derzeit. „Berücksichtigt man, dass im Lebensmitteleinzelhandel der Online-Verkauf nahezu keine Rolle spielt, ergibt sich für den restlichen Einzelhandel (ohne Lebensmittel) bereits heute ein Online-Anteil am Umsatz von 14 Prozent“, weiß Holger Seidenschwarz, Handelsexperte bei ibi research und für die Studie verantwortlich.

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Abbildung 1: Prognose des E-Commerce-Anteils im Einzelhandel

Die Studie „E Commerce-Strategien für den mittelständischen Einzelhandel“ steht kostenfrei zur Verfügung unter www.ibi.de/e-commerce-strategien.

Hier erhalten Sie die Pressemitteilung als .pdf und als .doc.

Der Begriff der Künstlichen Intelligenz ist derzeit in aller Munde – auch in der Finanzdienstleistungsbranche. Erste Anwendungen wie beispielsweise intelligente Chatbots oder Robo Advice Lösungen werden unter dieser Überschrift bereits aktiv am Markt platziert. Bei genauerer Betrachtung zeigt sich jedoch ein sehr heterogenes, teilweise sehr undifferenziertes Bild, was unter Künstlicher Intelligenz genau zu verstehen ist und welche Chancen und Risiken damit verbunden sind. In unserem aktuellen ibi Blitz Digital Banking befassen wir uns deshalb mit dem Thema Künstliche Intelligenz, deren potenzielle Einsatzszenarien sowie den damit verbundenen Herausforderungen und Risiken in den nächsten drei bis fünf Jahren.

Wir bitten Sie mit vier kurzen Fragen um Ihre Meinung. Wir konzentrieren die Auffassungen vieler Experten und verdichten diese zu übersichtlichen Aussagen. Selbstverständlich lassen wir Ihnen die Ergebnisse zukommen - damit die Umfrage einem Blitz gerecht wird schon innerhalb von drei Wochen nach Ende der Umfrage. Wir hoffen, Ihnen damit eine neutrale Entscheidungsgrundlage zur Verfügung stellen zu können.

Die Ergebnisse aus dieser kurzen Umfrage werden zudem als Input für ein von uns geplantes Konsortialprojekt zum Thema Künstliche Intelligenz dienen, welches wir demnächst starten werden. Falls Sie Interesse an weiteren Informationen haben, können Sie dies am Ende der Umfrage angeben.

Hier geht es zur aktuellen ibi Blitz Umfrage: www.ibi.de/ibi-blitz-17q4

Die Ergebnisse der vergangenen ibi Blitze erhalten Sie unter www.ibi.de/ibi-blitz

Über Digitalisierung wird viel diskutiert: FinTechs gegen oder mit Banken, Innovationen auf der grünen Wiese oder integriert in den "Main Stream", schnelle Veränderungen an der Kundenschnittstelle und/oder neue Architekturen nach hinten. Nun ist es höchste Zeit, nach der konsequenten und überlegenen Umsetzung zu fragen: Wer hat seine PS besser auf die Straße gebracht, und wo wird in der nahen Zukunft noch der Turbo zugeschaltet? Seien es attraktive Frontends, Produkte mit Zusatznutzen, automatisierte Prozesse, Robo Advice und – häufig versteckt – weitere Anwendungen von Künstlicher Intelligenz. Sei es in enger Zusammenarbeit in Netzwerken oder – seltener – ganz alleine mit einer unerwarteten Innovation.

Der CIBI Innovationstag am 22. März 2018 in München will erfolgreiche Umsetzungsbeispiele zeigen, Erfolgsfaktoren identifizieren, aber auch Lerneffekte aus Misserfolgen präsentieren.

In den Keynotes am Vormittag beleuchten Philip Laucks, Mitglied des Vorstands der Deutschen Postbank AG, Marcus W. Mosen, CEO der Concardis GmbH, und Marko Wenthin, Vorstand der solarisBank AG, die Umsetzung ihrer Geschäftsmodelle aus Sicht des etablierten Unternehmens, aus der Perspektive des Angreifers und aus den Überlegungen des Intermediärs.

Am Nachmittag vertiefen wir die Themen in zwei Tracks:

  • In der Fachkonferenz 1 betrachten wir die Umsetzung von Innovationen primär im Bankgeschäft. Das Spektrum reicht vom Innovationsmonitoring in einer änderungsbereiten Bank bis hin zum Einsatz von IBM Watson in der selbstbedienten Beratung.
  • Die Fachkonferenz 2 schaut auch in die angrenzenden Branchen: Payments aus Sicht der Automobilindustrie, Finanzdienstleistungen im Handel, Umsetzung digitaler Konzepte in der Versicherung. Vom Einsatz von Amazon Alexa bis hin zur Robotic Process Automation wird ein interessantes Spektrum aufgezeigt.

Nutzen Sie die CIBI als Möglichkeit, dem Teilnehmerkreis Ihr Unternehmen und Ihre Produkte oder Dienstleistungen vorzustellen. Als Sponsor positionieren Sie Ihr Unternehmen in einem hochwertigen Umfeld. Treffen Sie die Referenten am Vorabend bei einem gemütlichen Abendessen im Veranstaltungshotel.

Die Sponsoringmöglichkeiten auf einen Blick:

sponsorenueberblick

Nähere Informationen über die CIBI sowie das aktuelle Tagesprorgramm finden Sie unter www.cibi.de.

Die Studie "Der deutsche Einzelhandel 2017" untersucht den Einfluss der Digitalisierung auf den deutschen Einzelhandel und wurde von uns zusammen mit 41 Industrie- und Handelskammern sowie dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) durchgeführt. Die deutschlandweite Befragung von mehr als 2.000 Einzelhändlern zeigt den Status quo der Digitalisierungsbemühungen der Händler, vertieft ausgewählte Problemstellungen wie die Investitionsbereitschaft oder die Nachfolgeproblematik und analysiert die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Geschäftsmodelle.

Die Studienergebnisse zeigen deutlich, dass der deutsche Einzelhandel sein klassisches Geschäftsmodell überdenken muss. Verkaufen heute 54 % der Händler ihre Produkte ausschließlich stationär, wollen 37 % davon in fünf Jahren auch im Online-Vertrieb aktiv sein. Wie die verbleibenden 63 % reagieren werden, bleibt abzuwarten. Auch 14 % der heute ausschließlich online aktiven Händler planen zudem, in fünf Jahren offline zu verkaufen, was den Handlungsdruck auf die stationären Akteure zusätzlich erhöhen wird. Dieselbe Entwicklung zeigt sich auch bei einem Blick auf die erwartete Verteilung der Umsätze: In den nächsten fünf Jahren rechnen 24 % der stationär aktiven Händler mit einen Rückgang der im Ladengeschäft erwirtschafteten Umsatzanteile. Im Vertriebskanal Online-Shop erwarten dagegen lediglich 4 % der Händler einen Rückgang. 13 % erwarten einen Zuwachs dieses Kanals und 83 % rechnen damit, dass die Online-Umsatzanteile gleich bleiben.

Jedoch gibt es aus Sicht der rein stationären Händler einen Lichtblick. Immer mehr Ladengeschäfte, die auch online aktiv sind, verbinden die Kanäle. Services wie eine Online-Reservierung und eine Vor-Ort-Abholung setzen bereits 27 % der Händler ein und 11 % planen es. Ähnliche Werte ergab die Analyse beim Online-Kauf und der Abholung im Ladengeschäft (Click and Collect). Hier liegen die Werte bei 24 % und 10 %. Ein Blick auf die digitale Aufwertung des Ladengeschäfts selbst lässt dann aber wieder etwas Ernüchterung einkehren. Als Beispiel sei das virtuelle Regal genannt, das der Sortimentserweiterung dient. Gerade einmal 5 % haben diese Technik im Einsatz und 5 % planen es. Auch kostenloses WLAN findet sich bisher nur in gut einem Drittel der Geschäfte. Auch im Back-Office wird immer stärker digitalisiert. Aber: Ein Fünftel der Händler verfügt noch immer nicht über die digitalen Systeme. Das erschwert die Anbindung an Online-Shops oder ‑Plattformen.

Ein weiteres Themenfeld der Studie waren die aktuellen und zukünftigen Investitionen des deutschen Handels in Digitalisierungsvorhaben. Hier gilt es festzuhalten, dass lediglich 12 % der Unternehmen ein ausgewiesenes Budget für Investitionen in die Digitalisierung haben. 56 % der Händler ohne explizites Budget nutzen zur Finanzierung von Digitalisierungsmaßnahmen das allgemeine Investitionsbudget, 9 % wollen generell nicht in die Digitalisierung investieren und 8 % haben für solche Investitionen kein Geld. Von den Händlern mit ausgewiesenem Budget wollen zwei Drittel dieses in den kommenden drei Jahren steigern. Ein deutlicher Zusammenhang besteht in diesem Kontext auch bei Thema Nachfolge. Ist die Nachfolge bereits geregelt, wollen 81 % die Investitionen in die Digitalisierung steigern. Lediglich 19 % planen keine Änderung in den nächsten drei Jahren. Kein Unternehmen mit geregelter Nachfolge will das Budget reduzieren.

Betrachtet man den Einfluss der Digitalisierung auf die Geschäftsmodelle des Einzelhandels und versucht die Hauptfaktoren zu analysieren, wird von den Befragten mit Abstand der Marktmacht der globalen Marktplätze, wie Amazon, eBay & Co., der höchste Einfluss zugesprochen. 70 % bezeichnen den Einfluss auf ihr Geschäftsmodell als „sehr hoch“ oder „hoch“. Ein ähnlicher Wert wird nur vom Faktor der „zunehmenden Kundenanforderungen“ erreicht (69 %). Andere Faktoren haben eher eine zweitrangige Bedeutung. Beispielsweise sieht nur jeder vierte Händler den Einfluss neuer innovativer Start-ups auf sein Geschäftsmodell als relevant an. Hier unterscheiden sich auch die verschiedenen Händlertyp in ihrer Wahrnehmung: Sehen 73 % Multikanalhändler den Einfluss von Amazon & Co. auf ihr Geschäftsmodelle als sehr hoch bzw. hoch an, sind es bei den rein stationären Händlern nur 58 %, bei den reinen Online-Händlern aber 70 %.

Trotz aller Befürchtungen sehen die meisten Befragten den stationären Einzelhandel weiterhin als den wichtigsten Einkaufskanal. Dies bestätigen 64 % der teilnehmenden Händler. Sogar jeder zweite reine Online-Händler (51 %) schließt sich dieser Meinung an. Den Trend zu kleineren Ladenflächen beobachten jedoch auch 61 %. 22 % sehen diese Entwicklung gar nicht. Bei der Frage, ob die Digitalisierung mehr Chancen als Bedrohungen für den Handel mit sich bringt, äußert sich gut ein Drittel indifferent. 31 % der Händler denken eher optimistisch und sehen die Chancen deutlich vor den Bedrohungen. Eine Analyse nach Händlertyp zeigt jedoch, dass insbesondere die reinen Online-Händler hier sehr positiv gestimmt sind (74 %), während von den rein stationären Händlern lediglich 31 % einen Überhang der Chancen sehen. Rein stationäre agierende Akteure sind hier deutlich skeptischer als Multikanalhändler (47 %) und reine Online-Verkäufer. Zudem erwarten 73 % der reinen Online-Händler und 74 % der Multikanalhändler eine zunehmende Ausweitung des Vertriebs der rein online agierenden Akteure in die Fläche. Bei den rein stationär aktiven Unternehmen liegt der Wert nur bei 67 %.

Das Fazit: Der Handel beschäftigt sich bereits mit dem Thema Digitalisierung, steht diesem aber in vielen Feldern noch zurückhaltend bzw. skeptisch gegenüber. Hier gilt es den Handel aufzuklären und ihm zu zeigen, wie er sich auch mit kleinen Investitionen Vorteile verschaffen kann. Letztendlich zeigt die Studie aber auch, dass der Handel die wesentlichen Treiber für die Veränderung bereits identifiziert hat: Marktplätze wir Amazon, eBay & Co. sowie der Kunden. Nun gilt es die richtigen Antworten auf darauf zu finden, um langfristig im Wettbewerb bestehen zu können.

Die vollständige Studie „Der deutsche Einzelhandel 2017“ steht kostenlos zum Download zur Verfügung unter: www.ibi.de/Handelsstudie

>> Management Summary

Elektronische Rechnungen finden in der deutschen Unternehmenspraxis immer höhere Verbreitung und Akzeptanz. Bereits rund die Hälfte der Unternehmen bevorzugt den Versand und den Empfang von Rechnungen in digitaler Form gegenüber klassischen Papierrechnungen. Das zeigt die Studie „Elektronische Rechnungsabwicklung und Archivierung: Fakten aus der deutschen Unternehmenspraxis 2017“ der Mittelstand 4.0-Agentur Handel, die das Forschungsinstitut ibi research an der Universität Regensburg als Träger der Agentur im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) durchgeführt hat. Auch wenn die Digitalisierung der internen Prozesse oftmals schon weit fortgeschritten ist, besteht dennoch viel Potential für Effizienzsteigerungen. So drucken vier von zehn Unternehmen eingehende elektronische Rechnungen zur weiteren Bearbeitung aus. 42 Prozent erfassen die Rechnungsdaten nochmals manuell in den internen Systemen, obwohl die Rechnungsdaten ja bereits in digitaler Form vorliegen. Ein weiteres Ergebnis: Mit den rechtlichen Vorschriften zur Archivierung von elektronischen Rechnungen nehmen es viele Unternehmen nicht so genau.

Cover Studie Elektronische Rechnungsabwicklung 2017

Die Ergebnisse der Unternehmensbefragung zeigen, dass sich die elektronische Form der Rechnung in Deutschland immer weiter durchsetzt. So gaben 46 Prozent der Rechnungsversender und 53 Prozent der Rechnungsempfänger an, dass sie die digitale gegenüber der papierhaften Rechnung bevorzugen – rund 20 Prozentpunkte mehr als in der vorherigen Befragung aus dem Jahr 2015. Und es ist damit zu rechnen, dass der Anteil elektronischer Rechnungen weiter steigt: Sechs von zehn Rechnungsversendern und -empfängern wollen den digitalen Anteil steigern. Die Empfänger wollen dieses Ziel überwiegend durch die Ansprache ihrer Lieferanten erreichen.

Als Haupttreiber für den Trend zur elektronischen Rechnung sehen die Unternehmen Kosten- und Effizienzvorteile, die sich durch eine Digitalisierung der innerbetrieblichen Rechnungsverarbeitungsprozesse ergeben. Dies gilt sowohl für den Rechnungsversand als auch für den Rechnungsempfang, für große und für kleine Unternehmen. „Zur Vorbereitung der Studie haben wir zahlreiche Gespräche mit Unternehmen und Experten geführt. Einige Unternehmen gaben an, dass sie mit 60 Prozent und mehr Ersparnis je Rechnung kalkulieren, wenn sie anstatt papierhafter Rechnungen elektronische Rechnungen versenden und die Prozesse auch beim Rechnungseingang digitalisieren. Hier schlummert also auch enormes finanzielles Potenzial.“, so Holger Seidenschwarz, Projektleiter und Verantwortlicher für die Studie beim durchführenden Institut ibi research an der Universität Regensburg.

Die Anpassung der internen Prozesse und die Suche nach in die bestehende IT-Landschaft des Unternehmens integrierbaren technischen Lösung sind demnach die größten Herausforderungen für die Unternehmen im Bereich der elektronischen Rechnungsabwicklung. Deutlich zeigt sich aber auch, dass die Schere bei der Prozessdigitalisierung zwischen kleinen und großen Unternehmen auseinandergeht. So haben rund drei Viertel der großen Unternehmen digitale Bearbeitungsprozesse für elektronische Rechnungen und die Hälfte nutzt strukturierte Rechnungsdaten, die vom Versender zur Verfügung gestellt werden. Kleine Unternehmen bearbeiten elektronische Rechnungen dagegen häufig gar nicht selbst im Haus: Knapp ein Viertel von ihnen leitet sie an externe Dienstleister – wohl häufig den Steuerberater – weiter. Bei vielen Unternehmen besteht weiterhin hohes Digitalisierungspotential: So drucken vier von zehn Unternehmen eingehende elektronische Rechnungen zur weiteren Bearbeitung aus. 42 Prozent erfassen die Rechnungsdaten nochmals manuell in den internen Systemen, obwohl die Rechnungsdaten ja bereits in digitaler Form vorliegen.

Neben der organisatorischen und technischen Umsetzung besteht bei den Unternehmen vor allem Informationsbedarf in Bezug auf die rechtliche Situation, insbesondere bei der Archivierung der elektronischen Rechnungen. Gerade in diesem Bereich hat sich aber durch die seit 2015 geltenden „Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff“ (GoBD) einiges getan. Trotz der Pflicht, elektronische Rechnungen im (digitalen) Original zu archivieren, tun dies rund ein Drittel der kleinen Unternehmen nicht. Und gar 68 Prozent von ihnen haben keine schriftlichen Verfahrensdokumentationen für Rechnungsbearbeitung und -archivierung. „Hier müssen die Unternehmen weiterhin sensibilisiert und über die zur Verfügung stehenden Möglichkeiten informiert werden“, konstatiert Seidenschwarz.

Für die Studie wurden von Juni bis August 2017 rund 300 Unternehmen aller Branchen und Unternehmensgrößen befragt.

Die Umfrage wurde unterstützt und gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

>> Download der Studie „Elektronische Rechnungsabwicklung und Archivierung: Fakten aus der deutschen Unternehmenspraxis 2017“

>> Pressemitteilung (pdf)

>> Pressemitteilung (docx)