Innovative Themen: z. B. Automobil und Banken

Dieses Forschungsfeld beschäftigt sich mit der Fragestellung „Was können Banken von der Autoindustrie lernen?“. Die Finanzkrise dauert seit 2007 an. Die Banken stehen im Zentrum dieser Krise und haben seit sechs Jahren nicht zu einer nachhaltig stabilen und profitablen Position gefunden. Auf der Suche nach Lösungen wird häufig angeregt, Lehren aus anderen Industrien zu ziehen, die bereits früher durch existenzielle Krisen und massiven Wandel gegangen sind. Dabei wird immer wieder die Autoindustrie genannt. Solche Verweise liefern zwar punktuell interessante Erkenntnisse, basieren aber in der Regel nicht auf einer ausreichend breiten, wissenschaftlich abgesicherten Betrachtung. Deshalb erscheint es vielversprechend, Erfahrungen aus der Autoindustrie und deren Übertragbarkeit auf die Banken systematisch und auf einem wissenschaftlichen Fundament zu betrachten.

Compliance: z. B. in der Finanzdienstleistungsbranche

Insbesondere seit dem Jahr 2007 steht die Anlageberatung für private Bankkunden verstärkt im Fokus der deutschen Gesetzgebung. Die Wirkungen zeigten sich hauptsächlich über die Umsetzung der Richtlinie 2004/39/EG (Markets in Financial Instruments Directive, kurz MiFID) des Europäischen Parlaments und des Rates in nationales Recht. Durch die zahlreichen neu geplanten gesetzlichen Anforderungen (z.B. MiFID II) werden die bereits bestehenden Unsicherheiten bei Kunden und Beratern noch weiter verstärkt und Finanzdienstleister sehen die Rentabilität ihrer Anlageberatung in Gefahr sowie die Gestaltungsspielräume zur Differenzierung gegenüber der Konkurrenz zunehmend eingeengt. Ziel dieses Forschungsfeldes ist es, wesentliche regulatorische Anforderungen an einen Anlageberatungsprozess zu identifizieren und zu dokumentieren und Potential für unternehmerisches Gestalten trotz Regulierung offen zu legen. Im Vordergrund steht hier der Gedanke, di e Regulation eher als Chance denn als Hemmnis zu sehen.

Datenmanagement: z. B. im Finanzdienstleistungsbereich

Die gezielte Nutzung von Daten zur Steuerung von Betrieb und zum Management der Kundenbeziehung in Banken und Versicherungen hat eine sehr hohe Bedeutung und nimmt im Zuge stetig wachsender Datenmengen weiterhin zu.  Diese Thematik wird unter den Stichworten Business Intelligence und Big Data in Theorie und Praxis diskutiert. Die Herausforderungen liegen u. a. in der schieren Menge der Daten, die möglichst in Echtzeit analysiert und aufbereitet werden müssen, um als Entscheidungsgrundlage für das Management dienen zu können. Weiterhin sind die relevanten Daten häufig in unterschiedlichen, nicht homogenen Systemen abgelegt. Die Ergänzung um weitere, externe Daten stellt hier eine zusätzliche Herausforderung dar.  Im Umgang mit Kundendaten sind zudem umfangreiche Datenschutzanforderungen zu beachten.  ibi research berät seit mehreren Jahren im Bereich der Datenanalyse und -aufbereitung,  beispielweise im Bereich der Vertriebssteuerung und dem Kundenbeziehungsmanagement.

Informationssicherheit: z. B. Studie „Informationssicherheits- und Notfallmanagement: Trends 2012“

Standards wie der IT-Grundschutz oder ISO/IEC 27001/2 sind in vielen Organisationen das Mittel der Wahl für die Sicherung der IT-Systeme. Ziel dieses Forschungsfeldes ist es unter anderem, Informationen von den Anwendern über den Einsatz von IT-Standards zu gewinnen sowie Optimierungspotenziale aufzudecken und auf dieser Basis entsprechende Verbesserungsmöglichkeiten zu konzipieren. Die im Jahr 2012 zuletzt durchgeführte Umfrage in Zusammenarbeit mit dem SecuMedia Verlag und dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zählte mit 260 validen Datensätzen zu einer der größten ihrer Art.

Kalkulationsmodell: z. B. Profitabilität der Anlageberatung

Das Privatkundengeschäft von Banken ist gekennzeichnet durch starken Konkurrenzkampf und daraus resultierende sinkende Margen. Die Zeiten stabiler Erträge sind passé. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie mittelfristig ein ökonomisch attraktives Geschäftsmodell für das Geschäft mit Privatkunden im Dreieck von Erträgen, Kosten und Risiken aussehen kann. Die Anforderung von Aktionären und Bank-Management besteht also in der Sicherstellung einer nachhaltigen Profitabilität in der Anlageberatung. Um diese nachhaltig zu verbessern muss eine Modellbank entwickelt werden, die eine Analyse der Profitabilität ermöglicht und Stellhebel identifiziert, die für eine zukünftige profitabilitäts-optimierende Gestaltung des Prozesses entscheidend sind.

Referenzprozessmodellierung: z. B. Anlageberatung

Ziel dieses Forschungsfeldes ist es, einen Sollprozess der Beratung mit Zielrichtung Anlage für den privaten Bankkunden zu entwickeln, der als Basis für die Anpassung unternehmensspezifischer Prozesse bei einem Finanzdienstleister dienen kann. Dabei soll der Prozess die konsolidierten Anforderungen aller Stakeholder (Kunde, Berater, Bank und Aufsicht) berücksichtigen. Sprünge innerhalb des Prozesses sollen ebenso wie Sprünge des Kunden zwischen unterschiedlichen Kanälen in die Modellierung mit einbezogen werden. Darüber hinaus finden unterschiedliche Anwendungsszenarien (Filiale, Online, mobiler Vertrieb) im Referenzprozess Berücksichtigung. Ein modularer Aufbau ermöglicht zudem die Anbindung weiterer Bedarfsfelder neben der Anlage.

IT-Risikomanagement:  z. B. im internationalen Konzern

IT-Risikomanagement stellt in komplexen, international agierenden und gewachsenen Konzernstrukturen eine immer größere Herausforderung dar. Ziel dieses Forschungsfeldes ist es, zentrale Kontrollstrukturen sowie auch ein übergreifendes Berichtswesen und Maßnahmentracking für international agierende Konzerne zu etablieren. Sie bilden die Grundlage für ein konzernweites IT-Risikomanagement. Dabei müssen auch die regulatorischen Anforderungen der Tochtergesellschaften in den jeweiligen Ländern Beachtung finden. Relevant sind in diesem Umfeld auch interne und externe Dienstleistungsgesellschaften und deren Prüfung auf IDW PS 951, SAS 70, SSAE 16, ISAE 3402 etc.