München. Am vergangenen Donnerstag unterstrich der CIBI Innovationstag vor ausgebuchtem Hause seinen Ruf als Topereignis der deutschsprachigen Finanzdienstleistungsbranche. Der Titel "BankTech, FinTech, … und was dann?" brachte es bereits auf den Punkt: mit der Etablierung von FinTechs ist noch nicht aller Tage Abend.

Das Thema "Banken mit oder gegen FinTechs" ist in aller Munde: Sind wir wieder in einer Situation wie im Jahr 2000 kurz bevor der Bubble platzte und der Neue Markt zusammenbrach? Oder ist die Situation ganz anders, weil nicht nur "Early Adopters", sondern Kunden in der Breite die Digitalisierung fordern und weil wir inzwischen die Technik für komplexe und sichere Transaktionsabwicklung beherrschen? Andererseits: Wird die Diskussion durch den Fokus auf Technik nicht zu sehr verkürzt? Spielen Kundenvertrauen sowie individuelle Betreuung keine Rolle mehr?

Zu diesen und weiteren Fragen lieferte Prof. Dr. Hans-Gert Penzel, Geschäftsführer des veranstaltenden Instituts ibi research an der Universität Regensburg in seinem Eröffnungsvortrag deutliche Antworten: "Wenn Banken sich jetzt konzentrieren, wenn sie Tempo zulegen, dann könnte es für die FinTechs eng werden." Anschließend gab Postbank-Vorstand Dr. Ralph Müller einen konkreten Einblick, welche Dynamik ein etabliertes Großinstitut an den Tag legen kann. Der Gegenentwurf kam von  Frank Schwab, dem Co Founder des FinTech Forums. Er erläuterte plastisch die Evolution der FinTechs und skizzierte seine Sicht einer modularen Finanzwirtschaft in 2030. Der letzte Keynote-Vortrag von paydirekt-Geschäftsführer Dr. Niklas Bartelt verband etablierte und FinTech-Welt. Er stellte das neue Bezahlverfahren der deutschen Banken und Sparkassen anschaulich vor, das in einem FinTech der etablierten Institute, aber auf der grünen Wiese entstanden ist.

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Abbildung 1: Das Plenum des CIBI Innovationstag 2016 am 10.03.2016 im Le Méridien in München
Quelle: ibi research

Nachmittags wurden drei Themen in parallelen Tracks vertieft:

  • "FinTech – Freund oder Feind" demonstrierte aus Kundensicht, welche Wertschöpfung durch Verbündung von neuen und alten Finanzdienstleistern möglich ist.
  • "Meldewesen – Treiber der Finanzarchitekturen" schaute "von hinten" auf die Banken und zeigte die dramatischen Auswirkungen auf die Finanzarchitekturen.
  • "Zahlungsverkehr zwischen Innovation und Regulierung" beleuchtete die gesamte Prozesskette vom Kunden bis nach "ganz hinten" am Beispiel des Produkts, das wir alle am häufigsten einsetzen: der inzwischen gar nicht mehr so langweiligen Zahlung.

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Abbildung 2: Teilnehmer der Podiumsdiskussion: Dr. Florian Moser, Fidor Bank; Prof. Dr. Hans-Gert Penzel, ibi research;

Matthias Zacharias, Landesbank Hessen-Thüringen Girozentrale; Heiko Schwender, CommerzVentures (von links)
Quelle: ibi research

Eine lebhafte Podiumsdiskussion zur Frage „(Wie) Passen Digitalisierung und Kundenvertrauen zusammen?“ rundete den Konferenztag ab.

Auch 2016 lebte der Innovationstag, der unter der fachlichen Leitung von Hochschulprofes-soren und damit für eine einzigartige wissenschaftliche Begleitung steht, wieder von seiner Objektivität und der Topbesetzung. Teilnehmer und Referenten zogen ein durchweg positives Fazit und freuten sich bereits auf die Neuauflage im kommenden Jahr. Stellvertretend äußerte sich Teilnehmer Wolfgang Günther, Geschäftsführer der WG-DATA GmbH: „ibi
research hat genau die Themen adressiert, die Banken heute bewegen oder mit denen sie sich im Sinne ihrer Zukunftssicherung dringend beschäftigen sollten.“

Weitere Informationen und Impressionen auf www.cibi.de