Multibankfähige Firmenkundenportale und Chipkarten sind auf dem Vormarsch
Hamburg/ Regensburg, 14.9.2007

In einer zweistufigen Studie haben das Forschungsinstitut ibi research an der Universität Regensburg und das Beratungs- und Softwarehaus PPI AG die Anforderungen der Firmenkunden und die zukünftigen Planungen der Banken im Electronic Banking analysiert. Im Rahmen der Conference on Innovation in the
Banking Industry (www.cibi2007.de) werden in München und Frankfurt aktuelle Umfrageergebnisse und innovative Umsetzungsbeispiele vorgestellt. Um fundierte Erkenntnisse über die Anforderungen von Firmenkunden im Electronic Banking zu gewinnen, wurden im Juni und Juli 2007 über 300 Firmenkunden online befragt. „Die erste Auswertung zu den Anforderungen an Electronic-Banking-Systeme zeigt, dass den Firmenkunden ein geringer Installations-, Einrichtungs- und Aktualisierungsaufwand sowie die Möglichkeit zur Verwaltung aller Kontoverbindungen des Unternehmens sehr wichtig sind“ sagt Dr. Ernst Stahl, Research Director bei ibi research. „Gleichzeitig sind die Firmenkunden mit diesen Aspekten bei ihren derzeit genutzten Electronic-Banking-Systemen am wenigsten zufrieden.“

Diese Aussagen der Firmenkunden bekräftigen das Ergebnis der vorangegangenen Expertenbefragung, dass Firmenkundenportale zukünftig an Bedeutung gewinnen könnten. Im Gegensatz zu den derzeit üblichen Software-Lösungen für das Electronic Banking bieten Firmenkundenportale den Zugriff auf Electronic-Banking-Funktionalitäten über das Internet, d.h. ohne dass eine Software-Installation auf einem PC des Firmenkunden erforderlich ist. Dies ermöglicht nicht nur den Zugriff von unterwegs, sondern vereinfacht auch den Zugriff durch mehrere Benutzer: „Bei 87% der von uns befragten Unternehmen mit einem Jahresumsatz über 2 Millionen Euro greifen zwei und mehr Nutzer auf das Electronic- Banking-System zu, bei 16% sind es sogar mehr als fünf Nutzer“ weiß Thomas Krabichler, Projektleiter bei ibi research.

Allerdings ist es bei Firmenkundenportalen derzeit häufig nicht möglich, alle Bankverbindungen eines Unternehmens über eine Oberfläche zu verwalten. Die gängigen PC-Software-Lösungen verwenden hierfür Standards wie HBCI bzw. FinTS für Privat- und Geschäftskunden oder BCS-FTAM für Firmenkunden mit größeren Zahlungsverkehrsvolumina. „Die Anbindung mehrerer Banken an ein Portal war dagegen bisher sehr aufwendig“ erklärt Michael Lembcke, Productmanager bei der PPI AG. „Auf Basis des neuen internetbasierten Electronic-Banking-Standards EBICS, der den BCSFTAM-Standard ablösen soll, ergeben sich für Banken jedoch interessante Potenziale, ihren Firmenkunden auch über ein Firmenkundenportal die Verwaltung von Kontoverbindungen bei anderen Banken zu ermöglichen.“ Auch eine von ibi research und der PPI AG durchgeführte Befragung von Bankenexperten hat gezeigt, dass viele Institute auf Basis von EBICS zukünftig multibankfähige Firmenkundenportale anbieten wollen. Im Rahmen seines Vortrags beim CIBI-Konferenztag „Zukunft des elektronischen Firmenkundengeschäfts“ am 11.10.2007 in München geht Michael Lembcke näher auf die Vorteile des Standards ein, zu denen neben der Multibankfähigkeit auch die höhere Datenübertragungsrate und die
Unterstützung gemeinschaftlicher Zeichnungsberechtigungen bei der elektronischen Freigabe von Zahlungsaufträgen (verteilte elektronische Unterschrift) zählen. Für die Freigabe von Zahlungsaufträgen nutzt ein Viertel der von ibi research befragten Unternehmen zumindest gelegentlich noch TAN-Listen. Denn selbst von den befragten Unternehmen, die Zahlungsaufträge per BCS-FTAM oder EBICS einreichen, greifen einige parallel auch auf HBCI bzw. FinTS oder auf das Online-Banking für Privat- und
Geschäftskunden zurück. Aufgrund der zunehmenden Bedrohung durch Viren oder Trojaner wird der Kundenrechner dadurch jedoch zunehmend zum Sicherheitsrisiko. „Trojaner sind Computerprogramme, die über das Internet auf die Kundenrechner geschleust werden, um die persönlichen Zugangsdaten für das Electronic Banking abzufangen und unbemerkt an unberechtigte Dritte weiterzugeben“ erklärt Michael Schunk, Productmanager bei der PPI AG. Im Rahmen des CIBI-Konferenztags „Sicheres Online-Banking“ am 31.10.2007 in Frankfurt zeigt Michael Schunk, wie man trojanermanipulierte Transaktionen beim Electronic Banking über Internet-Portale mithilfe einer Chipkarte und eines Kartenlesers sicher erkennen und sich damit vor Trojanern schützen kann. Bei den Firmenkunden ist für eine solche Lösung eine hohe Akzeptanz zu erwarten: In der aktuellen Firmenkundenbefragung rangiert die Chipkarte in der Beliebtheitsskala der Instrumente für die Freigabe von Zahlungsaufträgen an vorderster Stelle.

Die Ergebnisse der Expertenbefragung zur Studie „Electronic Banking 2007 – Trends und zukünftige Anforderungen im Firmenkundengeschäft“ ist unter www.ibi-shop.de/e-banking erhältlich. Die Ergebnisse der Firmenkundenbefragung werden beim CIBI-Konferenztag „Zukunft des elektronischen Firmenkundengeschäfts“ am 11.10.2007 in München vorgestellt und sind im Anschluss ebenfalls im ibi-Shop erhältlich. Sie enthalten Aussagen und Einschätzungen der Unternehmen zu ihren grundsätzlichen Anforderungen an die Zahlungsverkehrsabwicklung, an Kundensysteme, Auftragsarten und Sicherheit sowie zu den Schwerpunktthemen SEPA und EBICS.

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