Pressemitteilung · Veröffentlicht am 15.09.2026

ibi-Payment-Report 2026: Mehrwert und Akzeptanz entscheiden über die Zukunft des Bezahlens

Die Studie widmet sich der Zukunft des Bezahlens aus Banken- und Kundensicht – unterstützt von der S&N Group AG, der S-Payment GmbH und der VR Payment GmbH.

Der Zahlungsverkehr befindet sich in einer Phase tiefgreifender Veränderungen. Neue regu latorische Anforderungen, technologische Innovationen und veränderte Kundenbedürfnisse prägen den Markt. Vor dem Hintergrund stellen sich für Banken eine Reihe zentraler, zukunftsentscheidender Fragestellungen zu geschäftsstrategischen Implikationen, zur Positionierung im Wettbewerb, zu Kosten- und Nutzenaspekten sowie zur Akzeptanz und dem Nachfrageverhalten ihrer Firmen- und Endkunden. Der ibi-Payment-Report 2026 greift exakt diese Gemengelage auf und setzt eine Studienreihe fort, die im Jahr 2024 gestartet ist. Im Mittelpunkt steht auch dieses Mal ein breites Themenspektrum von Instant Payments und Request-to-Pay über Wallets, Wero und den Digitalen Euro bis hin zu Künstlicher Intelligenz, elektronischer Identität, Buy Now Pay Later und dem Auslandszahlungsverkehr. Das Ergebnis ist ein umfassendes Zukunftsbild des Zahlungsverkehrs aus Banken- und Kundensicht. Grundlage sind zwei umfangreiche Online-Befragungen mit 1.029 Endkunden sowie 42 Fach- und Führungskräften aus den Bereichen Zahlungsverkehr und Payment bei Kreditinstituten.

Übergreifend entwickelt sich Künstliche Intelligenz zum wichtigsten technologischen Innovationstreiber. Bei den zahlungsverkehrsspezifischen Entwicklungen erwarten die Experten insbesondere von Instant Payments, Finanzkriminalität und dem Digitalen Euro einen starken Einfluss bis 2030 (siehe Abbildung 1).

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Abbildung 1: Grad der Beeinflussung von zahlungsverkehrsspezifischen Themen

Geopolitische Entwicklungen führen in den Kreditinstituten überwiegend zu punktuellen Anpassungen der Zahlungsverkehrsstrategie. Darüber hinaus bleibt die Modernisierung der Zahlungsverkehrsinfrastruktur für viele Kreditinstitute ein relevantes Handlungsfeld: Nur vier von zehn befragten Experten sehen die Infrastruktur ihrer Institute sehr gut aufgestellt.

Gerade am Beispiel der mit hohen Investitionen verbundenen Instant-Payment-Verordnung zeigt sich, dass es mit der reinen Umsetzung als regulatorische Pflicht nicht getan ist. Obwohl über 80 Prozent der Endkunden bereits Echtzeitüberweisungen genutzt haben, ermöglichen Instant Payments nach Ansicht von drei Viertel der befragten Experten keine ausreichende Differenzierung im Wettbewerb.

Mehr als sieben von zehn Experten sehen derzeit noch keine klare Strategie vieler Banken für ertragsstarke Mehrwertdienste auf Basis von Instant Payments. Der Übergang vom Innovationsthema zum Marktstandard wurde zwar vollzogen, die eigentlichen Wettbewerbsvorteile werden jedoch künftig erst durch innovative Anwendungsfälle wie beispielsweise Wero entstehen. Die verpflichtende Kontonamensprüfung (Verification of Payee) wird von der Mehrheit sowohl der Experten als auch der Verbraucher positiv und als wichtiger Beitrag zur Betrugsprävention wahrgenommen.

Wallets, also digitale Geldbörsen, werden von den befragten Experten als zentrales Zukunftsthema gesehen, denn diese entwickeln sich zunehmend zur zentralen Kundenschnittstelle. 95 Prozent erwarten, dass die Nutzung weiter zunehmen wird. Seitens der Endkunden ist die PayPal-Wallet die mit Abstand meistgenutzte digitale Geldbörse – auch generationsübergreifend. Dahinter folgen Klarna, Google und Apple. Nur jeder Zehnte greift auf die Wallet oder App der eigenen Bank zurück. Dies zeigt das große Potenzial für Kreditinstitute bei der Nutzungsquote auf, zumal knapp ein Fünftel der Verbraucher bis dato keine Wallets als digitale Geldbörse verwenden (siehe Abbildung 2).

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Abbildung 2: Nutzungsquote von Wallets bei Endkunden

Das neue europäische Bezahlsystem Wero nimmt langsam Fahrt auf. Nach dem Start mit der P2P-Funktion erfolgt gerade mit hoher Intensität der Rollout im Online-Handel. Bei den Kreditinstituten der befragten Experten wird Wero überwiegend als strategisch wichtig bewertet (siehe Abbildung 3). Das größte wirtschaftliche Potenzial für das eigene Institut wird von mehr als drei Viertel im E-Commerce gesehen. Auf Verbraucherseite befindet sich Wero dagegen nach wie vor noch in einer frühen Marktphase. Lediglich 13 Prozent der Verbraucher besitzen aktuell einen Wero-Account. Allerdings ist seit 2024 die Bekanntheit von Wero deutlich angestiegen. Zwei Drittel der Endkunden mit einem Wero-Account haben Wero auch bereits genutzt. Entscheidend für den langfristigen Erfolg werden weniger die Bekanntheit als vielmehr ein attraktiver Funktionsumfang und ein überzeugender Mehrwert gegenüber etablierten Verfahren sein.

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Abbildung 3: Strategische Bedeutung von Wero für Kreditinstitute

Künstliche Intelligenz entwickelt sich zum wichtigsten Innovationstreiber im Zahlungsverkehr. Während heute insbesondere Betrugsprävention, Compliance und Prozessautomatisierung im Mittelpunkt stehen, reichen die Erwartungen langfristig deutlich weiter. Agentic Payments ermöglichen zukünftig autonome Zahlungsprozesse, die das Potenzial haben, den Zahlungsverkehr grundlegend zu verändern. Allerdings unterschätzen laut mehr als der Hälfte der Experten viele deutsche Banken das damit verbundene disruptive Potenzial. Die Studie zeigt zudem, dass ein Großteil der Verbraucher dieser Entwicklung derzeit noch mit beträchtlicher Zurückhaltung begegnet.

„Die Studienerkenntnisse zeigen, dass die ‚Währung‘ für die Zukunft des Bezahlens in Deutschland und Europa vor allem Vertrauen ist. Dieses Vertrauen zu stärken, ist eine zentrale Aufgabe für uns als Branche“, so die Studienpartner S&N Group, S-Payment und VR Payment.

Der vollständige ibi-Payment-Report 2026 steht kostenlos zum Download zur Verfügung.

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