Studie

Cross-Border-E-Commerce – Internationaler Vertrieb über digitale Kanäle

Cross-Border-E-Commerce – Internationaler Vertrieb über digitale Kanäle
64 Seiten, August 2026
Dr. Georg Wittmann, Max Röthlein und Nils Deichner
978-3-949841-39-2

Der grenzüberschreitende Vertrieb ist bei deutschen Unternehmen längst etabliert – konzentriert sich jedoch weiterhin stark auf europäische Märkte. Auch die künftig interessantesten Zielmärkte liegen überwiegend in Europa. Die größte Hürde für eine weitere Internationalisierung sind rechtliche und regulatorische Anforderungen sowie der damit verbundene organisatorische Aufwand. Für Händler kommt es daher darauf an, Zielmärkte systematisch zu priorisieren und die Internationalisierung Schritt für Schritt aufzubauen. Dienstleister und Plattformen können insbesondere dort Mehrwert schaffen, wo sie die Bewertung und Erschließung einzelner Märkte vereinfachen.

Online-Shops und Marktplätze erfüllen dabei unterschiedliche Funktionen. Der eigene Shop bietet mehr Kontrolle über Kundenbeziehungen, Daten und das eigene Geschäftsmodell. Marktplätze schaffen hingegen Reichweite und ermöglichen im Durchschnitt einen schnelleren Markteintritt. Keiner der beiden Kanäle löst jedoch die grundlegenden Herausforderungen des grenzüberschreitenden Geschäfts allein. Erfolgversprechend ist vielmehr eine Kombination, die sich an den jeweiligen Markt-, Produkt- und Vertriebszielen orientiert.

Auch bei Versand, Fulfillment und Lagerhaltung dominiert eine pragmatische Kosten-Nutzen-Abwägung. Bei der Auswahl von Logistikpartnern zählen vor allem Preis, Zuverlässigkeit und Liefergeschwindigkeit. Der zentrale Hebel für weiteres Wachstum liegt damit weniger in zusätzlicher Reichweite als in der Reduzierung der Komplexität. Gefragt sind einfachere rechtliche Rahmenbedingungen, durchgängige Prozesse und Lösungen, die den organisatorischen Aufwand der Internationalisierung messbar senken.

Die Studie macht deutlich: Weiteres Wachstum im Cross-Border-E-Commerce hängt nicht allein von zusätzlichen Absatzchancen ab. Entscheidend ist, wie effizient Unternehmen mehrere Ländermärkte gleichzeitig steuern können. Wer regulatorische und operative Hürden gezielt abbaut und Prozesse stärker standardisiert, schafft die Grundlage für eine skalierbare Internationalisierung.