Cross-Border-E-Commerce: Online-Shop und Marktplätze erfüllen unterschiedliche strategische Funktionen
Der eigene Online-Shop ist mit 83 Prozent der am häufigsten genutzte Vertriebskanal beim Verkauf im oder ins Ausland. Als zentrale Vorteile werden Umsatzsteigerung, Unabhängigkeit von Marktplatzbetreibern und Neukundengewinnung genannt. Die neue Studie „Cross-Border-E-Commerce – Internationaler Vertrieb über digitale Kanäle“ von ibi research an der Universität Regensburg zeigt zugleich: Nachhaltigkeit gewinnt zwar strategisch an Bedeutung, bleibt bei konkreten Einkaufsentscheidungen jedoch hinter wirtschaftlichen und operativen Kriterien zurück.
Online-Shop bleibt wichtig, Marktplätze können den Markteintritt beschleunigen
Online-Shop und Marktplätze übernehmen unterschiedliche Aufgaben im internationalen Vertrieb. Der eigene Shop ermöglicht mehr Kontrolle über Kundenbeziehungen, Daten und Geschäftsmodell, während Marktplätze Reichweite bereitstellen und einen schnelleren Einstieg in neue Märkte ermöglichen: Der durchschnittliche Zeitraum bis zum Go-live liegt dort bei 60 Tagen, beim eigenen Online-Shop bei 70 Tagen. Die Ergebnisse der Studie zeigen jedoch auch, dass beide Kanäle unterschiedliche Stärken und Schwächen besitzen. Während beim eigenen Shop vor allem Unabhängigkeit und direkter Kundenzugang eine Rolle spielen, bieten Marktplätze eine Umsatzsteigerung und eine höhere Bekanntheit. Gebühren und die Abhängigkeit vom Plattformbetreiber werden dagegen als wesentliche Nachteile wahrgenommen.

Abbildung 1: Gründe für die Nutzung von Online-Marktplätzen als Vertriebsweg im/ins Ausland.
Nachhaltigkeit ist für knapp die Hälfte ein zentrales Ziel der Unternehmensstrategie
Für 45 Prozent der befragten Unternehmen ist Nachhaltigkeit ein zentrales Unternehmensziel, bleibt bei der Auswahl von Logistikpartnern jedoch nachrangig. Jedes vierte Unternehmen erwartet keine Nachhaltigkeitsleistungen von seinem Logistikdienstleister. 49 Prozent wären grundsätzlich bereit, für nachhaltigere Logistiklösungen mehr zu bezahlen. Von diesen zahlungsbereiten Unternehmen würden 60 Prozent jedoch nur Mehrkosten von unter zwei Prozent akzeptieren. Nachhaltige Angebote müssen daher wirtschaftlich konkurrenzfähig und möglichst in bestehende Leistungen integrierbar sein.
Abbildung 2: Akzeptanz höherer Kosten für nachhaltigere Logistiklösungen für den Versand ins Ausland
Die Studie „Cross-Border-E-Commerce – Internationaler Vertrieb über digitale Kanäle“ basiert auf einer Befragung von Unternehmensvertretern aus Handel, Industrie und Dienstleistungen. Untersucht wurden unter anderem Auslandsaktivitäten, Markteintritt, Vertriebskanäle, Compliance, Versand, Logistik und Nachhaltigkeit. Die Studie wurde in Zusammenarbeit mit Kaufland Global Marketplace und Spring Global Delivery Solutions erstellt.
Die vollständigen Ergebnisse stehen unter www.ibi.de/cross-border-2026 kostenlos zur Verfügung.