Im Forschungsprojekt FOKUS erarbeitet die Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg (OTH) gemeinsam mit der asvin GmbH und der ibi research an der Universität Regensburg GmbH eine intelligente, KI-gestützte Plattform zur Erfassung, Analyse und Nutzung von Cyber Threat Intelligence (CTI). Das Vorhaben wird vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie im Rahmen der „BayVFP Förderlinie Digitalisierung - lnformations- und Kommunikationstechnologie“ gefördert und läuft vom 1. November 2025 bis zum 31. Oktober 2028.
Komplexe Cyberbedrohungen und begrenzte Ressourcen als zentrale Herausforderung
Cyberbedrohungen entwickeln sich zunehmend schneller, sind hochkomplex und betreffen Organisationen unabhängig von Größe oder Branche. Während große Unternehmen über spezialisierte Sicherheitsteams verfügen, fehlen vielen Organisationen effektive Methoden, um Bedrohungen kontinuierlich zu überwachen, zu bewerten und auf diese zu reagieren. Traditionelle CTI-Ansätze sind oft fragmentiert, arbeitsintensiv oder erfordern hohes Expertenwissen. Besonders für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) stellt dies eine große Herausforderung dar, da ihnen häufig die personellen und finanziellen Ressourcen fehlen, um fortschrittliche Sicherheitslösungen zu implementieren oder Bedrohungsanalysen eigenständig durchzuführen.
Zusätzlich stehen Organisationen vor einer wachsenden Flut an sicherheitsrelevanten Daten aus internen und externen Quellen. Die manuelle Verarbeitung und Analyse dieser Informationen ist zeitaufwendig und fehleranfällig, wodurch Bedrohungen oft zu spät erkannt oder falsch priorisiert werden.
Ganzheitliche Bedrohungserkennung und -abwehr durch KI als Zielsetzung
FOKUS adressiert diese Herausforderungen durch eine KI-gestützte und kontextsensitive Plattform, die Bedrohungsinformationen nicht nur global auswertet, sondern auch organisationsspezifische Bedrohungslandschaften modelliert. Dabei werden Sicherheitsmaßnahmen für die vier zentralen Cybersicherheitsdomänen – Prävention, Detektion, Reaktion und Attribution – entwickelt, um Sicherheitsrisiken frühzeitig zu erkennen sowie zu beheben, laufende Angriffe zu detektieren, automatisierte Gegenmaßnahmen abzuleiten und Angreifer zu identifizieren.
Dies ermöglicht es Unternehmen und Organisationen in Bayern, Bedrohungen frühzeitig zu erkennen, gezielte Sicherheitsmaßnahmen abzuleiten und automatisierte Reaktionen auf Angriffe durchzuführen.
Der Kick-off zum Start des Forschungsprojekts fand am 20. November 2025 in den Räumlichkeiten der OTH Regensburg statt.
Weitere Informationen zum Projekt finden Sie unter https://ibi.de/fokus
Kick-off – von links: Dr. Stephan Weber (ibi research), Prof. Dr. Rudolf Hackenberg (OTH Regensburg), Philipp Fuxen (OTH Regensburg), Gerhard Steininger (asvin), Max Habazettl (ibi research). Foto: asvin/Gerhard Steininger